
Bergwanderwoche 2026
Vom Bleniotal ins Bündnerland
15.–21. August 2026 | Naturfreunde Lachen
25 Wanderinnen und Wanderer – sechs Wandertage – eine abwechslungsreiche Reise von West nach Ost

Die Wandergruppe der Naturfreunde Lachen auf der Bergwanderwoche 2026.
Eine Woche voller Natur, Gemeinschaft und Überraschungen
Am Samstag, 15. August 2026, starteten 25 Wanderinnen und Wanderer der Naturfreunde Lachen zur diesjährigen Bergwanderwoche. Unsere Route führte uns vom Tessiner Bleniotal über den Lukmanier nach Graubünden und schliesslich nach Zizers. Es ist die vierte von fünf Etappen des Projektes Kulturweg.
Die Woche war geprägt von eindrücklichen Landschaften, anspruchsvollen Aufstiegen, viel Sonnenschein und hohen Temperaturen, aber auch von wenig Regen, überraschenden Zwischenhalten und gemütlichen Abenden. Immer wieder mussten wir die geplante Route den Wetter- und Temperaturverhältnissen anpassen. Dabei zeigte sich einmal mehr: Bei einer Gruppenwanderung zählen nicht nur Kilometer und Höhen-meter, sondern vor allem Rücksichtnahme, Kameradschaft und das gemeinsame Erlebnis.
Das Bleniotal machte seinem Namen „Valle del Sole – Sonnental“ bereits am ersten Tag alle Ehre.
Samstag, 15. August: Aquila – Olivone
Unser erster Wandertag begann in Aquila im Bleniotal. Wegen der grossen Hitze entschieden wir uns, die ursprünglich geplante Route etwas zu verkürzen. Bei Temperaturen um 35 °C war diese Anpassung eine vernünftige Entscheidung. Wir wanderten dem Brenno entlang durch das Bleniotal. Der Fluss begleitete uns auf unserem Weg und sorgte zumindest stellenweise für etwas Abkühlung. Die Landschaft präsentierte sich sommerlich und wunderschön – Sonne pur im „Valle del Sole“. Unser Tagesziel war Olivone. Ein Glacé sorgte für eine kühle Überraschung. Ausserhalb des Dorfes im Relais Lucomagno bezogen wir unser erstes Quartier. Nach den ersten Kilometern und den hohen Temperaturen tat die Erholung besonders gut. Bei einem gemütlichen Abendessen liessen wir den ersten Wandertag gemeinsam ausklingen.
Sonntag, 16. August: Entlang des Brenno nach Acquacalda
Am zweiten Tag folgten wir weiter dem Brenno del Lucomagno. Die Landschaft wurde zunehmend alpiner und die Wege anspruchsvoller. Immer wieder galt es, steilere Anstiege und teilweise fordernde Wegab-schnitte zu bewältigen. Unser Ziel war Acquacalda mit dem Pro Natura Zentrum Lucomagno. Das Zentrum steht unter dem schönen Motto: „Ein Ort, wo man die Natur trifft.“ Und genau das konnten wir an diesem Tag erleben. Die abwechslungsreiche Landschaft, die ursprüngliche Natur und die Ruhe des Lukmanier-gebietes machten die Wanderung zu einem besonderen Erlebnis. Nach den heissen Temperaturen des Vortages waren wir froh, wieder etwas höher zu kommen. Die wunderschöne Landschaft entschädigte uns für die Anstrengungen des Aufstiegs.
Montag, 17. August: Acquacalda – Lukmanier – Val Medel
Der dritte Wandertag führte uns von Acquacalda über den Lukmanier. Ein besonderer Höhepunkt war der Abstecher zur Sorgente del Brenno, der Quelle des Brenno. Hier konnten wir den Ursprung jenes Flusses erleben, der uns bereits seit dem ersten Tag begleitet hatte. Anschliessend ging es weiter in Richtung Lukmanierpass. Wir passierten den Galerientrakt und wanderten weiter zur Staumauer, bevor der Weg hinunter ins Val Medel führte. Doch diesmal machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ein-setzender Regen veranlasste uns, die Wanderung um rund zwei Stunden zu verkürzen. Die Entscheidung erwies sich als richtig: Sicherheit und das Wohl der Gruppe gingen vor. Mit dem Postauto erreichten wir sicher Disentis, wo wir auf die Rhätische Bahn umstiegen. Die Bahn brachte uns nach Rabius, unserem neuen Ausgangspunkt für die kommenden Wandertage. Im Hotel Greina liessen wir den ereignisreichen Tag gemütlich ausklingen.
Dienstag, 18. August: Rabius – Brigels – Waltensburg/Vuorz
Am vierten Wandertag starteten wir in Rabius. Vor uns lag der Weg hinauf nach Brigels. Gleich zu Beginn wartete ein recht steiler Aufstieg auf uns, der einige Kraft und Ausdauer verlangte. Oben angekommen, konnten wir uns eine wohlverdiente Mittagspause gönnen – je nach Wunsch bei einem Zmittag im Hotel Alpina oder bei einem gemütlichen Picknick in der freien Natur beim Brigelser See. Danach führte unser Weg weiter vorbei am See bis nach Waltensburg/Vuorz ins schöne Hotel Ucliva. Die wunderschöne Berg-landschaft und die Aussicht auf die umliegenden Gipfel machten die Anstrengungen des Aufstiegs schnell vergessen. Vier abwechslungsreiche Wandertage lagen nun hinter uns: vom sonnigen Bleniotal über den Lukmanier und das Val Medel bis ins Bündnerland.
Mittwoch, 19. August: Rueun – Schnaus – Ruschein – Ladir – Falera – Laax
Der fünfte Wandertag begann in Rueun und führte uns über Schnaus, Ruschein und Ladir weiter in Richtung Falera. Gleich zu Beginn wartete ein steiler Aufstieg auf uns. Dazu kamen lange Abschnitte auf Asphalt sowie viel Sonne und wiederum hohe Temperaturen. Die Hitze verlangte der Gruppe einiges ab. Doch die herrliche Aussicht entschädigte für die Anstrengungen. Immer wieder öffnete sich der Blick weit über die Surselva und die umliegende Bergwelt. In Falera erwartete uns dann eine willkommene Überraschung: Ein Glacé sorgte für die nötige Abkühlung und neue Energie. Danach konnte jeder selbst entscheiden, wie es weitergehen sollte. Die einen nahmen die Herausforderung an und wanderten die restliche Strecke bis Laax zu Fuss, während andere dankbar die Möglichkeit nutzten, mit dem Entlastungsbus nach Laax zu fahren. Unsere Unterkunft war die Jugendherberge Laax. Dort sorgten allerdings nicht nur
wir Wanderer für Leben – auch eine erstaunlich grosse Anzahl Wespen zeigte grosses Interesse an unserem Aufenthalt! Nach den Strapazen des Tages stand deshalb Erholung auf dem Programm. Beim Well-nessen und Relaxen am Laaxersee konnten die müden Beine hochgelagert und neue Kräfte für den letzten Wandertag gesammelt werden.
Donnerstag, 20. August: Laax – Caumasee – Conn – Spir – Trin Digg – Tamins/Reichenau
Der letzte Wandertag der diesjährigen Etappe von West nach Ost führte uns von Laax durch eine der ein-drucksvollsten Landschaften Graubündens. Unser Weg führte zunächst zum Caumasee, dessen türkis-blaues Wasser einen besonderen Blickfang bildete. Weiter ging es über Conn und zum Spir. Von dort bot sich uns ein grandioser Ausblick auf die Ruinaulta, den „Grand Canyon der Schweiz“. Die gewaltige Rhein-schlucht mit ihren steilen Felswänden und dem tief unten fliessenden Rhein war zweifellos einer der land-schaftlichen Höhepunkte unserer Wanderwoche. In Trin Digg wartete eine ganz besondere Überraschung auf uns: Im Haus von Lucies Tochter wurden wir von Lucies Lebenspartner Xavier mit einem währschaften Überraschungs-Apéro empfangen. Eine willkommene Gelegenheit, die Rucksäcke abzulegen, leckere Sandwiches zu essen und Heida zu trinken, zu plaudern und die Gemeinschaft zu geniessen. Danach setzten wir unsere Wanderung fort. Zunächst begleitete uns leichter Regen, doch zum Glück blieb der grosse Wetterumschwung aus. Gegen Ende der Tour wurde es wieder trockener, sodass wir unseren Wandertag bei Tamins-Reichenau trocken abschliessen konnten. Damit ging eine besondere Etappe zu Ende: Unsere Wandergruppe hatte sich während der Woche Schritt für Schritt von Westen nach Osten durch eine abwechslungsreiche Bündner Landschaft bewegt.
Ein würdiger Abschluss in Zizers
Von Tamins-Reichenau fuhren wir anschliessend nach Zizers ins Sporthotel 5 Dörfer. Dort erwartete uns ein besonderer Empfang: Musiker Geri Knobel sorgte bereits bei der Ankunft für gute Stimmung. Nach dem Apéro folgte ein gemütliches Nachtessen. Doch damit war der Abend noch lange nicht zu Ende. Bald wurde gesungen, geschaukelt, getanzt, gelacht und eine fröhliche Polonaise schlängelte sich durch den Saal. Beim anschliessenden „Schlummi“ liessen wir den erlebnisreichen letzten Abend in geselliger Runde ausklingen.
Am Freitagmorgen genossen wir zunächst ein reichhaltiges Frühstück im Sporthotel 5 Dörfer. Danach hiess es langsam Abschied nehmen. Bevor sich die Gruppe auf den Heimweg machte, entstand noch das gemeinsame Gruppenfoto – eine schöne Erinnerung an eine erlebnisreiche Woche und an die 25 Wander-freundinnen und Wanderfreunde, die während sechs Wandertagen gemeinsam unterwegs waren.
Mit herzlichen Verabschiedungen ging es anschliessend auf die Heimreise. Mit dem Zug fuhren wir zurück Richtung Siebnen und Pfäffikon.
Eine Woche, die in Erinnerung bleibt
Sechs Wandertage liegen hinter uns – mit Hitze und Regen, steilen Aufstiegen und langen Wegen, herrlichen Aussichten und eindrücklichen Landschaften. Wir erlebten das sonnige Bleniotal, den Lukmanier, das Val Medel, die Surselva, Brigels und die Ruinaulta.
Doch ebenso wichtig wie die Landschaft waren die vielen kleinen gemeinsamen Erlebnisse: das überraschende Glacé in Olivone und in Falera, der Apéro in Trin Digg, die Musik und Polonaise in Zizers, das Relaxen am Laaxersee und natürlich die vielen Gespräche und Begegnungen unterwegs.
Die Wanderwoche hat einmal mehr gezeigt, was eine gute Gruppe ausmacht: Zusammen unterwegs sein, Rücksicht nehmen, gemeinsam lachen, sich gegenseitig unterstützen und am Ende auf viele schöne Erinnerungen zurückblicken können.
Ein herzliches Dankeschön an alle 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die tolle Kameradschaft und an alle, die zum guten Gelingen dieser Bergwanderwoche beigetragen haben.
Die Bergwanderwoche 2026 der Naturfreunde Lachen wird uns allen noch lange in bester Erinnerung bleiben. Wir freuen uns auf die letzte Etappe, Teil fünf des Kulturweges von West nach Ost, von Tschiertschen bis nach Mustair.
Der Schreibende, Ueli Litscher
