16. September 2021

Bergwanderwoche 2021

Bergwanderwoche der Naturfreunde Lachen 22.-28.8.21

Eine illustre Schar reifer Frauen und Männer haben sich entschieden, die von Wanderleiter Fredy und Roman präzise geplante 3-Länder-Tour unter die Füsse zu nehmen: sieben Tage auf und ab, von Ort zu Ort, durch drei Länder, begleitet von unglaublich schönen Bildern, Pflanzen, Tieren, Bergen, Seen, Wäldern und Wegen und der unschlagbar positiven Stimmung in der Gruppe – wir waren 28 Teilnehmer/innen. Und das Wetter konnte besser nicht sein: nicht kalt und nicht zu heiss. Am Sonntag, 22. August, ging es in aller Herrgottsfrühe mit dem ÖV zum höchstgelegenen Ort des Montafons, nach Gargellen (1423m). Der steile Aufstieg über das Schlappiner Joch (2201m) entfesselte ungeahnte Kräfte, die wir für die weitere Tour gut gebrauchen konnten. Erleichtert und innerlich befriedigt erreichten wir die Saaser Alp Madrisa (1884m) – entspannt gönnten wir uns die Talfahrt mit der Seilbahn nach Klosters Dorf (1130m). Der Abend war reserviert für das gesellige Zusammensein bei regionalem Essen und Trinken. Am Montag, Tagwache war wie jeden Tag um sechs Uhr, erwartete uns die Wanderung ab Klosters Dorf (1130m) über den Wolfgangpass (1632m) nach Davos Dorf (1560m). Am Dienstag per Busfahrt nach Dürrboden (2000m), ab dort die herausfordernde Wanderung über den Scalettapass (2605m), wo wir uns wirklich warm anziehen mussten; und dann der lange Abstieg durch das Val Susauna nach Chapella (1635m) – glücklicherweise ging es per Busfahrt nach Zuoz zum nächsten Hotel. Ich darf versichern: wir waren alle heilfroh, die Schuhe endlich ausziehen zu dürfen. In Zuoz trafen wir zufälligerweise einen Örgelispieler, der uns nach dem Nachtessen unbedingt unterhalten wollte. Jaja, da ging die Post ab: tanzen, singen, lustig sein, geniessen … Musik und Tanz sind Balsam auf die Seele – und das haben wir ausgekostet. Offenbar vergessen Beine die Tagesleistung, wenn sie abends noch tanzen dürfen 🙂 Dennoch waren am Mittwochmorgen wieder alle top fit. Angesagt war eine flache Wanderung ab Zuoz (1715m), teilweise dem Inn entlang und vorbei am Flugplatz Samedan mit Zwischenstopp auf „Piste 21“ (Zmittag) nach Pontresina (1780m). Die Wanderung am Donnerstag ab Pontresina durch das Val Bernina zum Ospizio oberhalb des Lago Bianco am Berninapass (2328m) hat uns unendlich viele Begegnungen mit Biker/innen beschert. Da heisst es Rücksicht nehmen, und sich gegenseitig respektieren. Mit Blick zum Piz Palü, Piz Bernina und Piz Morteratsch, die Gletscherlandschaft, die vielen Wasserfälle und auch der Bernina Express haben uns diese „Verkehrsdichte“ vergessen lassen. Ab Bernina ging die Tour eigentlich nur noch „abwärts“. Mit dem Tagesanbruch von Freitag wussten wir, dass unsere unglaubliche Reise schon bald zu Ende sein wird. Bei guten Wetterbedingungen packten wir die Wanderung ab Bernina Hospiz zum See hinunter und zur Alp Grüm und weiter nach Cavaglia. Dort durchwanderten wir den imposanten Gletschergarten mit seinen Kraftorten und stiegen danach ab zur Bahnstation Cadera (1383m) – eine Gruppe Unermüdlicher entschied sich zusätzlich für den Fussmarsch nach Poschiavo (1014m) zum letzten Hotel. Auch ohne Musik konnten wir nach Risotto und Haxe den Abend resp. die Woche feiern: Geschichten und Witze, genial vorgetragen, trugen zur Unterhaltung bei. Jede Geschichte hat auch ihr Ende. Mit dem Samstag war das auch für diese BWW der Fall. Wir gingen zum Bahnhof Poschiavo, durch den alten Ort, und fuhren mit der RhB nach Miralago. Die letzte Wanderung ab Miralago (964m) nach Brusio zur Kehre der RhB und weiter das Tal hinab und über die Grenze nach Tirano in Italien (400m) war nicht mehr wirklich anstrengend, dafür eindrücklich. Ein typisch italienisches Zmittag mit einem kühlen Limoncello als Zugabe hat uns für die grossen Strapazen während sieben Tagen voll entschädigt – und das wussten wir zu geniessen. Nach 110 km Fussmarsch, 30 Stunden Wandern, über 8000 Höhenmeter und mit über 210’000 Schritten in den Beinen durften wir am Samstagnachmittag, 28. August, mit der RhB unsere Reise zurück zu unseren Familien antreten. Die Heimfahrt im Zug war lang, dennoch kurzweilig, aber auch ein wenig wehmütig, ging doch eine unvergessliche Woche zu Ende. Bepackt mit getragenen und verschwitzten Kleidern und Schuhen, dafür mit bleibenden Eindrücken und liebevollen Erinnerungen, Freundschaften und persönlichen Geschichten mussten wir uns am Samstagabend trennen.

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